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Veröffentlicht am 18. März 2019

Seelische Gesundheit und psychiatrische Versorgung bei Vivantes

Fragen und Antworten zur Situation in Vivantes Psychiatrien

Bei Vivantes finden Sie therapeutische Angebote für eine Vielfalt seelischer Erkrankungen und Krisensituationen. Dazu zählen unter anderem Angststörungen, Sucht, depressive und bipolare Störungen, Psychosen, Demenz, Burn-Out und psychosomatische Erkrankungen.

Vivantes ist für die Versorgung von rund 40 Prozent aller stationär behandlungsbedürftigen psychiatrischen Patientinnen und Patienten in Berlin verantwortlich. Geschützte  Stationen (umgangssprachlich „geschlossene Stationen“) sind nur ein kleiner Ausschnitt der Psychiatrie. Auf diesen Stationen werden Personen, die durch Beschluss eines Gerichtes untergebracht sind, behandelt. Der größte Teil der Patientinnen und Patienten hat freiwillig eine Klinik aufgesucht und kann sie auch  jederzeit verlassen. Die Behandlung in unseren Kliniken richtet sich nach den Leitlinien nationaler und internationaler Fachgesellschaften und schließt Psychotherapien, Sozialarbeit und andere Therapien selbstverständlich ein. Die Medikation ist lediglich ein Baustein einer psychiatrischen Therapie und wird mit den Patientinnen und Patienten bzw. deren Betreuerinnen und Betreuern abgestimmt  Die Personalausstattung richtet sich nach den gesetzlichen Vorgaben (Psych-PV).
Nachfolgend finden Sie weitere Informationen zu (kritischen) Fragen, die uns im Zusammenhang mit unseren psychiatrischen Kliniken erreichten und denen wir uns gerne stellen.

Belegung/Auslastung

Frage: Warum sind die Psychiatrien von Vivantes so voll?

Im Rahmen des Versorgungsauftrages haben die psychiatrischen Kliniken von Vivantes eine Aufnahmeverpflichtung. Das bedeutet: Patientinnen und Patienten, die unzweifelhaft einer stationären Behandlung bedürfen, müssen von den Kliniken der Vivantes zu jedem Zeitpunkt, an 365 Tagen im Jahr, zu jeder Tag- und Nachtzeit, stationär aufgenommen werden - unabhängig von der aktuell bestehenden Auslastung der jeweiligen Klinik.
Die meisten Aufnahmen der psychiatrischen Kliniken erfolgen als Notfälle über die Rettungsstelle unserer Großkrankenhäuser. Somit kommt es vor allem in den Akutstationen immer wieder zu erheblichen Schwankungen in der Belegung. Vivantes versorgt mit seinen Psychiatrien Berliner Bezirke mit sozialen Brennpunkten, in denen u.a. viele chronisch und schwer suchtkranke Menschen, hilfsbedürftige Senioren, Geflüchtete und Migranten wohnen. Insbesondere in den Kältemonaten ist die Inanspruchnahme durch obdachlose sowie suchtkranke Menschen sehr hoch.

Frage: Was ist überhaupt  eine „geschützte“ Station / eine Akutstation?

Geschützte Stationen (umgangssprachlich „geschlossene“ Stationen) werden zur Behandlung gerichtlich untergebrachter Patientinnen und Patienten vorgehalten.
Die Unterbringung von Menschen in psychischen Ausnahmesituationen, die sich oder andere akut gefährden, ist gesetzlich geregelt, z.B. im Berliner Gesetz über Hilfen und Schutzmaßnahmen bei psychischen Erkrankungen (PsychKG). Über die Unterbringung entscheidet daher nicht die Klinik, sondern ein Amtsgericht oder im Fall von betreuten Personen ein Betreuungsgericht. Eine untergebrachte Person darf das Krankenhaus nicht oder nur mit Genehmigung des Gerichtes verlassen.
Akutstationen sind klinische Stationen in den Menschen in den akuten Stadien  ihrer psychischen Erkrankung aufgenommen und behandelt werden, sie sind praktisch die Intensivstationen der Psychiatrie.

Frage: Warum sind manche Zimmer überbelegt? Warum stehen Betten im Flur?

Bei zu hoher Auslastung kommt es gelegentlich zur Situation, dass Zimmer kurzfristig mit mehr Betten belegt werden müssen als vorgesehen -  hierbei handelt es sich dann um „Notfall-Betten“  - oder Betten werden sogar übergangsweise auf dem Flur untergebracht. Aufgrund der Aufnahmeverpflichtung dürfen auch bei voller Auslastung keine Patientinnen oder Patienten abgewiesen werden, die unzweifelhaft eine stationäre Behandlung benötigen.
Gelegentlich ist es auch medizinisch indiziert, dass eine Patientin/ein Patient ausschließlich alleine in einem Zimmer untergebracht werden kann. Auch dieser Umstand kann es für diesen Zeitraum notwendig machen, in einem anderen Zimmer das zweite Bett aus diesem Zimmer mit unterzubringen.
2018 betrug die durchschnittliche Auslastung aller psychiatrischen Kliniken von Vivantes fast 99 %. In den Jahren davor lag sie bei knapp 102% (2017) und 100% (2016).
Berlinweit betrug die Auslastung im Durchschnitt 102,7% im Jahr 2016 und 103,6 % im Jahr 2017. Die Zahlen für 2018 liegen vom Amt für Statistik Berlin-Brandenburg noch nicht vor.

Kapazitätserweiterung und Investitionen

Frage: Warum tut Vivantes nichts gegen die häufigen Überbelegungen?

Vivantes investiert seit Jahren im Rahmen seiner Möglichkeiten in den Ausbau der psychiatrischen Versorgung.
Vivantes verfügt aktuell über insgesamt 1.010 ordnungsbehördlich genehmigte Betten in den psychiatrischen Kliniken. Der Krankenhausplan des Landes Berlin sieht eine Erhöhung der Bettenzahl in den Psychiatrien vor. Vivantes investiert und baut, um so schnellstmöglich zusätzliche Kapazitäten zu errichten. Außerdem kommen innovative Therapieformen zum Einsatz, wie z.B. Home Treatment, um einen Klinikaufenthalt zu ersetzen.

2016 initiierte Vivantes am Klinikum Spandau Baumaßnahmen zur Erweiterung der psychiatrischen Kapazitäten. Seither wurde die Bettenzahl am Standort sukzessive erhöht. Mit Abschluss des letzten Bauabschnitts im März 2019 sind weitere Betten in Betrieb genommen worden, und die Planvorgaben des Landeskrankenhausplans von 2016 zur psychiatrischen Versorgung vollständig erreicht.

Am Klinikum Neukölln sollen laut Krankenhausplan weitere 36 stationäre Betten in der Psychiatrie aufgebaut werden. Beginnend im Frühjahr 2019 entsteht bis 2020 ein Neubau in Modulbauweise. Eine psychosomatische Tagesklinik mit 22 Plätzen wurde zum 01.08.2018 ordnungsbehördlich genehmigt und in Betrieb genommen. Das Klinikum Neukölln bietet zudem seit Mitte 2018 stationsäquivalente Behandlungen. In diesem Rahmen werden akut psychisch Erkrankte alternativ zur stationären Behandlung durch ein spezialisiertes Team engmaschig zu Hause behandelt.

Am Klinikum Kaulsdorf sind laut Krankenhausplan 11 Betten mehr vorgesehen als aktuell vorhanden. Alternativ zu einem Bauprojekt ist die Anmietung von Flächen für insgesamt 31 tagesklinische Therapieplätze geplant.

Für das Klinikum Am Urban wird ein Teil der gegenüber dem Krankenhausplan noch nicht umgesetzten 12 Betten derzeit durch stationsersetzende Maßnahmen (Modellprojekt Home Treatment) kompensiert.

Das Auguste-Viktoria-Klinikum verfügt bereits über die geplanten Bettenkapazitäten. Darüber hinaus werden an diesem Standort drei von neun Betten kompensiert, die laut Krankenhausplan zusätzlich  am Wenckebach-Klinikum vorgesehen wären.

Am Humboldt-Klinikum läuft das Baugenehmigungsverfahren für zwei an bestehende Stationen angeschlossene Satellitenbauten für geriatrische und psychiatrische Betten. Die Erweiterungsbauten sollen jeweils 8 geriatrische und 8 psychiatrische Betten aufnehmen.

Personal/Betreuung

Frage: Hat Vivantes zu wenig Personal in seinen psychiatrischen Kliniken?

Die Personalbemessung in allen Berufsgruppen (Ärzte, Krankenpflege, Psychologen, Sozialarbeiter und Fachtherapeuten) richtet sich nach den gesetzlichen Vorgaben der Psychiatrie-Personalverordnung (Psych-PV). Alle psychiatrischen Kliniken von Vivantes verfügen über deutlich mehr Psychologinnen und Psychologen als laut Psych-PV vorgesehen.
Eine strikte Trennung von psychologischer Betreuung, Pflege und ärztlicher Versorgung entspricht nicht dem Stand heutiger Psychiatrie. Vielmehr finden die Behandlungen in enger Abstimmung des multiprofessionellen Teams statt. Die jeweilige bedarfsorientierte Gewichtung der therapeutischen Aufgaben wird in regelmäßigen Teamsitzungen immer wieder evaluiert und den Erfordernissen des psychopathologischen Verlaufs angepasst.
Bei Vivantes werden viele Patientinnen und Patienten mit schweren psychischen Störungen stationär behandelt, die häufig auch Verhaltensweisen mit schwerster Eigen- und Fremdgefährdung aufweisen. Solche Patientinnen und Patienten werden zum Teil auch über lange Zeiträume rund um die Uhr 1:1 betreut. Für 1:1-Betreuungen werden, wenn sie  vom Personal vor Ort nicht durchgeführt werden können, Zusatzkräfte eingesetzt.

Frage: Wieso wird denn Leasingpersonal beschäftigt, statt Pflegekräfte einzustellen?

Es gilt der Grundsatz Eigenpersonal vor Fremdpersonal. Vivantes ist bestrebt, offene Stellen in der Pflege so zügig wie möglich zu besetzen. Allerdings gestaltet sich die Gewinnung von Fachkräften auch für psychiatrische Stationen zunehmend schwierig.
Leasingpersonal wird daher eingesetzt zum Personalersatz bei unbesetzten Stellen, bei kurzfristigem Personalausfall und zur Unterstützung bei Leistungsspitzen. In der Psychiatrie wird Leasingpersonal am häufigsten für 1:1 Betreuungen eingesetzt, wenn Patienten in hochakuten Phasen eine besondere Überwachung benötigen.

Frage: Findet aufgrund von Personalmangel zu wenig Therapie statt?

Die Personalausstattung in den Psychiatrien von Vivantes richtet sich nach den Vorgaben der Psychiatriepersonalverordnung (Psych-PV).
Grundsätzlich verknüpfen die Behandlungskonzepte Psychotherapie, die Arbeit mit Angehörigen, medikamentöse Behandlung und Maßnahmen der sozialen Wiedereingliederung miteinander, außerdem wird viel Wert auf vorbeugende Therapie gelegt.

Multiprofessionelle Teams stimmen die individuellen Behandlungen ab, die von einer gemeinsamen therapeutischen Haltung bestimmt werden. Die Gewichtung der therapeutischen Aufgaben wird in regelmäßigen Teamsitzungen immer wieder evaluiert und an den psychopathologischen Verlauf und die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten angepasst.
Zur Behandlung können psychologische Gruppen- und Einzelgespräche sowie Ergotherapie, Physiotherapie, Soziotherapie, aber auch kreatives Gestalten, Koch- und Backgruppen sowie Unterstützung bezüglich des Aufrechterhaltens und Trainierens einfacher Alltagskompetenzen sowie therapeutisch begleitete Ausgänge gehören.
Auf einer Akutstation mit schwer seelisch erkrankten Menschen ist zu berücksichtigen, dass Therapien in der Regel das Mitwirken der Patienten voraussetzen. Allerdings sind die Patienten oft gegenwärtig in ihrer psychische Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit stark eingeschränkt. Das heißt, der Umfang einer Therapie richtet sich auch danach, wie belastbar die betreffende Person schon ist.

Frage: Ist das Personal mitunter unfreundlich, weil es überlastet ist?

Unser Vivantes Leitbild besagt: Freundlichkeit, Respekt und Vertrauen sind die Basis unseres Tuns. Beschwerden und Mängel, die der jeweiligen Klinik- oder Pflegedirektion gemeldet werden, werden ernst genommen – insbesondere auch Beschwerden, welche die Interaktionen und die Art und Weise des Umgangs mit Patientinnen und Patienten betreffen. Meldungen von entsprechenden Vorkommnissen werden analysiert und gegebenenfalls werden Gespräche mit den Patientinnen oder Patienten und deren Angehörigen geführt, aber auch Gespräche mit den betreffenden Pflegekräften oder anderen Beschäftigten. Es finden regelmäßig unterstützende Maßnahmen, z.B. Patienten- oder Team-bezogene Supervisionen statt.

Medikation

Frage: Werden Patientinnen und Patienten bei Vivantes sediert, weil Personal zur Betreuung fehlt?

Nein! Bei manchen Krankheitsbildern ist eine medikamentöse Behandlung neben der therapeutischen Betreuung unabdingbarer Bestandteil einer individuell sinnvollen Therapie. Medikamente werden dabei ausschließlich von Ärzten verordnet und Indikationen regelhaft von Fach- oder Oberärzten geprüft bzw. gestellt. Die Grundlage sind Leitlinien von nationalen und internationalen Fachgesellschaften. Gemäß den Leitlinien können sie z.B. bei bestimmten Formen von Psychosen oder wahnhaften Depressionen zum Einsatz kommen. Indikationen für Neuroleptika werden generell besonders streng gestellt.

Falls nötig werden Patientinnen und Patienten in schweren Fällen z.T. über Wochen 1:1 betreut, rund um die Uhr.

Frage: Wie verhindern Sie eine Überdosierung?

Die Dosierungen werden durch engmaschige klinische Beobachtung und andere Verfahren der Zusatzdiagnostik, v. a. laborchemische Kontrollen, überwacht.

Frage: Werden Patientinnen und Patienten auch ohne Kenntnis oder gegen ihren Willen mit Medikamenten behandelt?

Medikamente werden grundsätzlich nur mit informierter Einwilligung an Patienten abgegeben. Lediglich wenn ein nach dem Gesetz über Hilfen und Schutzmaßnahmen bei psychischen Krankheiten (PsychKG) zwangsweise untergebrachter Patient aufgrund krankheitsbedingter Einwilligungsunfähigkeit dazu gar nicht in der Lage ist, kann unter strengen gesetzlichen Grenzen und gerichtlicher Kontrolle eine Medikamentierung auch ohne seinen Willen erfolgen. Gleiches gilt auch für Patientinnen und Patienten in Lebensgefahr, wenn dem keine Patientenverfügung entgegensteht.
Sedierende Medikation wider Willen bei Patientinnen oder Patienten, die auf gerichtlichen Beschluss untergebracht sind, ist immer eine Ausnahme und letzte Option.

Aggression und Übergriffe

Frage: Was tut Vivantes, um Gewaltvorfälle in seinen Psychiatrien zu verhindern?

Der Umgang mit aggressivem Verhalten gehört zu den herausforderndsten Aufgaben in der stationären Psychiatrie.

Im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsschutzes werden regelmäßige Schulungen zu Deeskalationsstrategien durchgeführt. Sollte es dennoch zu Übergriffen auf Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter kommen, werden definierte Maßnahmen ergriffen entsprechend der unternehmensinternen Handlungsrichtlinie zu Extremsituation.

Vivantes verfügt über ein eigenes Deeskalationsmanagement. Im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsschutzes werden jährlich mehr als 100 Schulungen zu Deeskalationsstrategien durchgeführt. 7 Psychiatrische Einrichtungen und 9 Rettungsstellen mit ca. 1.500 Mitarbeiter*innen wurden im Laufe von zwei Jahren von Deeskalationstrainern geschult. Es sind verschiedene Handlungshilfen für gewaltgeneigte Situationen entwickelt worden, unter konkreten Anleitungen zum professionellen Umgang mit Gewalt.

Aggressiv handelnde Patientinnen und Patienten in der Psychiatrie befinden sich in der Regel in einer Ausnahmesituation, die meistens durch Angst und Unsicherheit geprägt ist. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer psychiatrischen Einrichtungen werden regelmäßig von Deeskalationstrainern geschult und zwar auch darin, sich in das Gegenüber hineinzuversetzen. Im Vordergrund stehen verbale und körperliche Deeskalationstechniken. Aber auch technische und bauliche Gegebenheiten, sowie beeinflussende Umweltfaktoren und spezifische Situationen aus dem Arbeitsalltag werden berücksichtigt. So sollen entstehende Konflikte rechtzeitig gedeutet und mögliche Konfliktverläufe erkannt werden. Wir bilden seit 2008 Trainer aus, derzeit gibt es mehr als 50 Deeskalationstrainerinnen und -trainer bei Vivantes. 

Das Safewards-Modell beinhaltet wirksame Einflussmöglichkeiten und spezifische Interventionen mit denen Konflikte, die in einer Psychiatrie zu Gewalt führen können, gezielt verhindert oder abgeschwächt werden können. Es ist bei Vivantes bereits in ersten psychiatrischen Kliniken eingeführt. Das Modell umfasst 10 Interventionen, die von allen Berufsgruppen auf der Station durchgeführt werden können. Dazu zählen z.B. eine verständnisvolle, positive Kommunikation, die Mitbestimmung von Regeln der Station durch Patientinnen und Patienten, die Klärung gegenseitiger Erwartungen und die gemeinsame Unterstützungskonferenz.

Sollte es dennoch zu Extremsituationen kommen, ist eine schnelle und adäquate psychologische Betreuung auch der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besonders wichtig. Dafür und es gibt eine Handlungsrichtlinie zum Umgang mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nach erlebten psychischen Extremsituationen: Diese informiert und sensibilisiert Vorgesetzte wie nichtbetroffene Mitarbeiter*innen zur Unterstützung der Betroffenen. Für eine psychologische Erstbetreuung stehen geschulte Präventions- und Deeskalationstrainer*innen und Betriebsärzt*innen zur Verfügung. Für die spätere fachliche Betreuung sind die Kriseninterventionszentren von Vivantes zuständig oder andere professionelle Hilfe kann über die Unfallkasse vermittelt werden.
Frage: Welche Dimension haben Gewaltvorfälle in den Psychiatrien von Vivantes?

Das Institut für betrieblichen Gesundheitsschutz – Deeskalationsmanagement von Vivantes hat 2018 ein neues System zur strukturierten Erfassung von Aggression und Gewalt eingeführt. Demzufolge gingen zwischen 01.07.2018  und 31.12.2018 insgesamt 826 Meldungen aus allen Vivantes Kliniken ein, davon 539 aus psychiatrischen Kliniken und 93 aus den psychiatrischen Tageskliniken.

Die gemeldeten Aggressionen gingen im psychiatrischen Bereich zu 98% von Patientinnen und Patienten aus, die übrigen von Angehörigen und Beschäftigten.
Ziel der gemeldeten Aggressionen in den Psychiatrien waren zu über  80 % Pflegekräfte, zu knapp 20 % andere Patient*innen, zu jeweils gut 10 % ärztliches Personal oder  Sachbeschädigung. (Die Summe übersteigt insgesamt 100% da Mehrfachnennungen bei der Erfassung möglich sind.)

Sauberkeit und Hygiene

Frage: Warum kommt es auf den Stationen immer wieder zu Verschmutzungen?

Alle unsere Stationen werden regelmäßig im Hinblick auf Hygiene überprüft und von einer Tochtergesellschaft gereinigt. Zu den üblichen Reinigungsleistungen gehört auch die tägliche Reinigung von Stühlen und Tischen. Da bei manchen Krankheitsbildern die Betroffenen nicht mehr in der Lage sind, selbst hinreichend auf Ordnung und Sauberkeit zu achten, kann es jedoch zwischen den normalen Reinigungsintervallen zu Verschmutzungen kommen, die von den Stationskräften und einem Notfallreinigungsteam entfernt werden müssen, sobald eine Meldung erfolgt. Je nach Situation, kann dies aber bei Verschmutzungen geringer Priorität aufgrund von dringlicheren Arbeiten manchmal aber leider auch länger als eine Stunde dauern.